Wie alles begann...

Frank & Katja

Da war diese tiefe Sehnsucht, eine Leidenschaft die immer lauter wurde

...und der wir dann im Juni 2019 folgten

1. Teil: Der Job

Nach jedem Urlaub wurde unsere Sehnsucht nach Freiheit und zeitlosem Reisen größer. Kaum waren wir wieder zu Hause, träumten wir schon vom nächsten Aufbruch. Irgendwann begannen wir uns ernsthaft zu fragen: Wie können wir diese Sehnsucht nicht nur für ein paar Wochen im Jahr stillen, sondern wirklich leben?

Also fingen wir an zu rechnen.

Wir trugen alle unsere Ausgaben zusammen, führten ein Haushaltsbuch und schauten ganz genau hin. Frank begann zu planen und zu kalkulieren. Fast jede Woche kam er mit einer neuen Berechnung von der Arbeit nach Hause und legte sie mir vor.

Nach gut einem Jahr war es dann soweit. Frank kam eines Tages mit einer neuen Excel-Tabelle nach Hause, setzte sich zu mir und sagte:

„Ich hab’s. So müsste es bis zur Rente klappen.“

Da ich mit Zahlen nicht viel anfangen kann, mich aber immer auf Frank verlassen konnte, antwortete ich nur:

„Dann machen wir es jetzt auch.“

Und genau das taten wir.

Wir gingen in die Umsetzung. Wirklich alle Verträge, die nicht unbedingt notwendig waren, wurden überprüft, geändert oder gekündigt. Mitgliedschaften in Sportvereinen liefen aus, Unterhaltung wie Kino, Theater oder Konzerte wurde selten. Restaurantbesuche und Shopping gehörten größtenteils der Vergangenheit an – mit ein paar Ausnahmen natürlich.

Wir wurden nicht geizig. Wir hatten einfach ein Ziel vor Augen. Und trotzdem fehlte es uns an nichts.

Der nächste Schritt war der größte:

Wir kündigten unsere sicheren Jobs.

Katja im Oktober 2018, Frank im März 2019.

2. Teil: Familie und Freunde

Als unser Plan immer konkreter wurde und schließlich sogar ein festes Abreisedatum hatte, erzählten wir zuerst unseren Familien und Freunden davon.

Für viele war es zunächst unvorstellbar. Die sicheren Jobs aufzugeben, die vermeintliche Sicherheit hinter sich zu lassen – das konnten manche kaum nachvollziehen.

Manche dachten vermutlich: „Wie kann man nur? Das ist doch völlig unüberlegt.“

Doch schnell wurde allen klar, dass unsere Entscheidung feststand.

Später erfuhren wir, dass viele insgeheim glaubten, wir würden nach einem Jahr wieder zurückkommen, arbeiten gehen und in unser altes Leben zurückkehren.

Andere wiederum sagten:

„Toll, wie mutig ihr seid. Ihr macht genau das Richtige.“

Für mich, Katja, war die Familie immer das Wichtigste. Ich wusste, dass es allen gut ging. Und ich wusste auch: Sollte irgendetwas passieren, würden wir jederzeit zurückkommen.

Dank der heutigen Technik kann man schließlich von überall auf der Welt in Kontakt bleiben – oft sogar in Echtzeit.

Trotzdem fiel der Abschied schwer.

Am Flughafen flossen Tränen.

Und gleichzeitig war da dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit. Ein Gefühl, für das ich bis heute kaum die richtigen Worte finde.

Während ich diese Zeilen schreibe, spüre ich es wieder: diesen Kloß im Hals, dieses Kribbeln und dieses freudige Herz, das versucht, aus der Brust zu springen.

So hat alles begonnen.

Und inzwischen sind fast acht Jahre vergangen.

Wir bereuen keinen einzigen Moment.

Unsere Prioritäten haben sich verändert. Wir brauchen keine vielen Dinge mehr. Wir lieben es, Zeit in der Natur zu verbringen, Tiere zu beobachten, Menschen kennenzulernen und in andere Kulturen einzutauchen.

Durch unsere Reisen haben wir gesehen, wie unterschiedlich Menschen leben und wie die Welt tatsächlich funktioniert.

Und wir haben gelernt, dass ein selbstbestimmtes Leben vor allem eines braucht: den Mut, den eigenen Weg zu gehen.

3. Teil: Die Finanzen

Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, lautet:

„Wie finanziert ihr das eigentlich?“

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.

Viele vermuten einen Lottogewinn oder ein großes Erbe – dabei haben wir lediglich das getan, was jeder tun kann: unsere Kosten genau analysiert, unseren Bedarf berechnet, Prioritäten gesetzt und den Mut gehabt, danach zu handeln.

Aber vor allem wissen wir eines:

Wir haben nur dieses eine Leben.

Und wir leben es jetzt.

Wir sind gesund, wir sind aktiv und wir vertrauen auf uns und unsere Fähigkeiten. Alles andere liegt ohnehin nicht vollständig in unserer Hand. Egal, wie viel man plant – am Ende kommt vieles anders, als man denkt.

Deshalb lautet unser Motto:

Wir machen uns erst Gedanken darüber, wie wir über den Berg kommen, wenn wir davor stehen.

Bis jetzt hat das Leben immer einen Weg gefunden.

Und wir auch

Ich bin Katja

eine Lebensgestalterin und Querdenkerin und das sage ich mit Stolz

Als ich noch jünger war, habe ich mich als Überlebenskünstlerin bezeichnet. Was aber nicht die korrekte Bezeichnung für mich war, es ging nicht ums Überleben sondern um meine ganz eigene Art zu leben. Heute fühle ich mich als Lebensgestalterin.

Früher war ich „fremdbestimmt“,  das wurde mir sehr schnell bewußt. Deshalb bin oft ausgebrochen, habe eigene Entscheidungen getroffen die es mir mit meinem Umfeld nicht immer leicht gemacht haben. Und trotzdem, ich wollte es –  und so bin ich mir treu geblieben.

Als mein Mann Frank und ich mit 53 Jahren (2019) unsere Jobs gekündigt haben um zu Reisen haben wir gleichzeitig unser Leben selbst in die Hand genommen und gestalten es so wie wir es möchten. Das heißt nicht, dass unser Leben jetzt einfacher geworden ist, im Gegenteil. Es gibt kein regelmäßiges Einkommen mehr. Es gibt aber auch niemanden mehr der uns etwas vorschreibt oder nachdem wir uns richten müssen. Wir müssen und dürfen unser Leben und unsere Tagesstruktur immer wieder selber gestalten. Wir sind absolut eigenverantwortlich, niemand ist für unsere „Up’s and Down’s“ verantwortlich außer wir selber. 

Wir ruhen uns nicht mehr in unserer Komfortzone aus, wir gehen ganz bewußt neue Wege. Probieren Unbekanntes aus und lernen daraus. Wir füllen das uns geschenkte Leben mit allem was es uns bietet. Wir haben alle Möglichkeiten  (damit meine ich nicht die Finanziellen) und können und wollen sie ausprobieren. Tägliche Routinen und Gewohnheiten gibts es so nicht mehr bei uns. Jeder Tag ist neu und anders und jeden Tag sind wir dankbar dafür, dass wir damals den Mut hatten einen neuen Schritt in eine ungewisse Zukunft zu wagen. Aber wir fühlten, dass es die richtige Entscheidung ist und wir haben uns diebisch auf alles was dann kommt gefreut. Lebensgestalter kennen keine Langeweile und Bequemlichkeit. 

Das Leben ist kürzer als du denkst und morgen kann es schon vielleicht zu spät sein.

Und auch heute sagen wir immer noch: wir haben alles absolut richtig gemacht!“

 

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