Vietnam fühlte sich für uns wie eine Achterbahnfahrt an

Hanoi

Bei der Landung frühmorgens am Flughafen in Hanoi war der Himmel rosa und diesig, wir hatten es auf die hohe Luftfeuchtigkeit geschoben. Später stellte sich aber raus, dass Hanoi zu der Zeit unter einer der höchsten Luftverschmutzung auf der Welt litt. Trotzdem hat uns die Stadt sehr schnell in ihren Bann gezogen und wir sind durch die Straßen gelaufen als wäre es unser Zuhause. (Classy Hotel Hanoi*)

Der scheinbar chaotische Verkehr entpuppte sich als faszinierendes System, in dem alles perfekt ineinandergreift. Wir probierten uns durch das köstliche Street Food, mit der traditionellen Suppe der Phò, spürten in der Train Street den Zug nur wenige Zentimeter entfernt vorbei donnern und erkundeten die Stadt zu Fuß. In nur fünf Tagen wurde Hanoi zu unserem Zuhause auf Zeit – lebendig, aufregend und unvergesslich und doch so anders.

Train Street

Mitten im Herzen von Hanoi liegt die berühmte Train Street – eine schmale Gasse, flankiert von dicht gedrängten Häusern und kleinen Cafés. Hier teilen sich Züge und Anwohner den engen Raum. Mehrmals täglich fährt ein Zug nur wenige Zentimeter an den Hauswänden und staunenden Besuchern vorbei. Kurz bevor der Zug kommt wird es hektisch. Die Café-Besitzer sorgen dafür, dass die Gäste weit genug von den Schienen entfernt sitzen, da der Zug mit einer Geschwindigkeit von 10-30km/h durch die enge Gasse rauscht. Die Geräusche des herannahenden Zuges, das Dröhnen der Motoren und das Zischen der Bremsen und die Enge sorgen für Gänsehaut. Doch sobald der Zug durch ist, kehrt das bunte Leben zurück: Die Besucher flanieren wieder auf den Gleisen, Händler bieten ihre Waren an, und jeder genießt die besondere Atmosphäre dieses einzigartigen Ortes, bis der nächste Zug wieder durchrauscht

Hoa Lo Prison

Auf jeden Fall sollte man sich das Hoa Lo Prison in Hanoi besuchen, auch „Hanoi Hilton“ genannt, wurde 1896 von den Franzosen gebaut und war ein Symbol kolonialer Unterdrückung. Später, während des Vietnamkriegs, hielt man hier amerikanische Kriegsgefangene wie John McCain fest. Heute erzählt das Museum die bewegende Geschichte von Freiheitskampf, Leid und Überlebenswillen

Notre Dame von Hanoi

Die St. Joseph Kathedrale in Hanoi wurde 1886 von den französischen Kolonialherren im neugotischen Stil gebaut und ist der Notre-Dame in Paris nachempfunden, um die französische Kultur und den Einfluss des Christentums in Vietnam zu symbolisieren.

Long Biên (Brücke)

Die Long-Biên-Brücke ist eine historische Auslegerbrücke über den Roten Fluss in Hanoi. Sie verbindet die Stadtteile Hoàn Kiếm und Long Biên und wurde ursprünglich als Paul-Doumer-Brücke bezeichnet, benannt nach dem damaligen Generalgouverneur von Französisch-Indochina. 

Während des Vietnamkriegs wurde die Brücke aufgrund ihrer strategischen Bedeutung mehrfach bombardiert, insbesondere 1967 und 1972. Trotz erheblicher Schäden blieb sie teilweise in Betrieb, und Reparaturen wurden kontinuierlich durchgeführt

Huc-Brücke
 
Die rote Huc-Brücke ist ein Wahrzeichen in Hanoi, das den See Hoan Kiem mit dem Jadeberg-Tempel verbindet

Der Hoan Kiem See ist Hanois berühmtester See, der vom Roten Fluss gespeist wird und von einem der ältesten Stadtteile Hanois umgeben ist. 

Quang Phu Cao

Auf unserem Weg in den Süden von Hanoi entfremdeten wir uns wieder. Graue, fast „tote“ Landschaft zog an uns vorbei. Das Land wirkte wie nach einer Atomkatastrophe aus einem Science Fiction Film. Die Pflanzen waren bedeckt von einer dicken Staubschicht, die Straßen, Häuser und Menschen sahen genauso grau aus. 

Der einzige farbenfrohe Zwischenstopp eine Räucherstäbchenfabrik. 

Cuc Phoung

Währen unserer 4 stündigen Taxifahrt Tristesse, beobachtete ich im Rückspiegel das unserem Fahrer die Augen zufielen, mein Blick wechselte zu Frank der ebenfalls eingenickt war, ich weckte ihn und  Frank weckte den Fahrer, der sich nichts anmerken ließ.

In Cuc Phoung angekommen, werden wir an unserem  Homestay  in einem kleinen, wirklich sehr kleinem Dorf im tiefsten Vietnam abseits jeglichem Tourismus abgesetzt. 

Unser Zimmer war mehr als einfach und bedingt sauber. Was machen wir eigentlich hier und schauten uns fragend an.

Ja, wir sind hier hingekommen, weil wir die Rettungsstation von den bedrohten Pangoline besuchen und auch unterstützen wollen

Wir haben uns einen Scooter gemietet und sind zum „Save the Wildlife“ gefahren, ohne zu wissen, dass sich die Organisation in einem Nationalpark befindet. Gegen 18:00 Uhr erreichten wir den Park, wo wir Eintrittskarten für den Park und die Pangolin-Station hätten kaufen müssen. Allerdings benötigt man für die Pangolin-Station einen Guide, der an diesem Abend nicht mehr verfügbar war – obwohl der Park bis 20:00 Uhr geöffnet hatte. Die Dame an der Kasse empfahl uns, am nächsten Morgen wiederzukommen, was uns verwirrte, da überall stand, dass die Pangoline nur abends zu sehen sind

Am nächsten Morgen um 10:00 Uhr waren wir erneut am Eingang, um die Pangolin-Station zu besuchen. Diesmal verkaufte uns eine andere Mitarbeiterin problemlos die Tickets, erklärte aber, dass wir um diese Uhrzeit keine Tiere sehen würden, da sie in ihren Boxen schlafen. Wir waren enttäuscht und ein wenig verärgert, schließlich hatten wir uns so darauf gefreut.

Manchmal lassen sich Dinge eben nicht ändern. Trotzdem hatten wir Glück: Wir durften alleine durch das Gehege gehen – auch wenn wir kein Pangolin zu Gesicht bekamen.

Ursprünglich hatten wir zwei Nächte in diesem schrecklichen Zimmer gebucht, doch nach der ersten Nacht beschlossen wir, den Ort zu verlassen. Auch wenn der Vermieter wirklich freundlich ist. Aber auch das Wetter war bewölkt und kühl. So haben  wir uns spontan ein Taxi gerufen und fuhren in den etwa eine Stunde entfernten Ort Tam Coc.

Tam Coc - Ninh Bình

Schon wieder ein neuer Ort und eine neue Unterkunft irgendwie kommen wir auch hier gefühlsmäßig nicht sofort an. Das Wetter ist immer noch grau und kühl. Unser Homestay für die erste Nacht ist gut Vuthanh friendly Hotel*) Auf der Straße ist es ziemlich ruhig außer ein paar Touristen und leere Restaurants für große Reisegruppen empfängt uns hier nichts erfreuliches. 

Doch am Abend ändert es sich schlagartig. Die Straße die noch vor einigen Stunden wie ausgestorben schien, ist jetzt voll mit Motorroller, so wie wir es kennen. Die Streetfood Stände sind aufgebaut und das Dorf lebt von Touristen und Locals gleichermaßen. Auch wenn das Wetter es uns noch schwer macht, sind wir doch schon wieder versöhnt.

Wir wechseln noch einmal unser Homestay ins Tam Coc Moutain Lake Hotel*, mieten uns einen Roller, erkunden die Umgebung mit der „Trockenen“ Halong Bucht und bleiben sogar vier Nächte.

Mit der Eisenbahn von Ninh Bình nach Da Nang

Dann wartet schon ein weiteres Abenteuer auf uns. Wir buchen uns eine Fahrkarte für eine 15 stündige Nachtfahrt  in einem  staatlichen Zug von Ninh Binh nach Da Nang. Allerdings gönnen wir uns ein 4er Abteil für uns alleine.Was für die Vetnamesen als absoluter Luxus gilt. 

Am Bahnhof geht alles ruhig und geordnet zu. Der Zug fährt pünktlich um 18:00 Uhr und wir bekommen ein auf den ersten Blick ordentliches Abteil. 

Beim genaueren Hinsehen offenbart sich das Abteil als eine Mischung aus Zeitreise und Horrorfilm – abgewrackt, schmuddelig und mit dem Bewusstsein, aus dieser Nummer kommen wir in den nächsten 15 Stunden nicht raus. Die Zugtoiletten? Ein Kapitel, das besser ungeschrieben bleibt.

Wir legen uns auf die brettharten Matratzen, die den Komfort einer Betonplatte bieten, und versuchen, uns irgendwie zum Schlafen zu arrangieren – möglichst ohne die Abteilwände zu berühren, denn wer weiß, was dort schon alles Geschichte geschrieben hat.

Nur für kurze Momente nicken wir  ein, …zumindest so lange, bis der Schmerz uns dazu zwingt, die Liegeposition zu wechseln – was gefühlt alle zwei Minuten der Fall ist.

Und dann bekommen wir noch mitten in der Nacht Besuch von einer Maus die sich durch die Tüte mit unserem einzigen Baquette knabbert welches für die uns beide und die ganze Reise reichen muss. Da das Angebot im Speisewagen für uns nicht genießbar ist.

9:00 Uhr morgens…, wir haben es geschafft und können endlich den Zug verlassen. 

Da Nang - Hoi An

Mit dem Taxi fahren wir eine knappe Stunde von Da Nang nach Hoi An ins nächste Hotel Canal House Rivderside by Haviland*

Check in ist um 14:00 Uhr, das heißt 4 Stunden, völlig gerädert durch die Straßen von Hoi An ziehen. In einem kleinen Café freuen wir uns auf ein Frühstück, Banh Mi (belegtes Baguette) und Kaffee. Es sieht so lecker aus und voller Vorfreude beißen wir rein. 

Wow, das ist scharf 🌶️, wir hatten vergessen, „ no Spicy“ zu bestellen.

Unser Mund brannte, sodass es uns auch nicht mehr möglich, war, den heißen Kaffee zu trinken

Hoi An ist eine charmante Küstenstadt in Zentralvietnam, bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Stadt war einst ein wichtiger Handelshafen und zeigt Einflüsse verschiedener Kulturen, darunter vietnamesische, chinesische, japanische und europäische. Besonders beeindruckend sind die engen Gassen, die historischen Gebäude und die berühmten Laternen, die abends die Straßen in ein warmes Licht tauchen. Hoi An ist auch für seine maßgeschneiderte Kleidung und köstliche vietnamesische Küche bekannt, wie Cao Lau und Banh Mi. Die Nähe zum Thu-Bon-Fluss und den umliegenden Stränden macht die Stadt zu einem beliebten Ziel für Reisende.

Täglich zwischen 17:00 und 19:00 Uhr wir des voll in dem kleinen Ort. Denn es kommen die Tagesgäste mit Bussen aus Da Nang, meistens Koreaner und belagern die kleine Altstadt von Hoi An. Die Bewohner macht es nicht wirklich glücklich.

 

An Bang

Zum Glück belohnte uns Vietnam in den nächsten Tagen mit Sonnenschein. Zehn Tage in einem wunderschönen Hotel,CHiEM HoiAn – The Beachside Boutique Hotel & Villa*, am An Bang Beach ließen uns durchatmen und die Strapazen der Reise vergessen.

Wir haben den Fischern zugeschaut, die mit ihren runden Korbboten auf dem Meer wie eine Suppentasse schaukelten.

Hast du das gewusst????

Vietnam hat nur eine Tidenzeit (eine Flut und eine Ebbe pro Tag). Das liegt an der speziellen Form des Südchinesischen Meeres und des Golfs von Tonkin die die Gezeitenwellen so beeinflusst. Die halbgeschlossene Lage und die Resonanz des Meeres sorgen dafür, dass sich die Gezeiten dort nur einmal täglich voll ausbilden.

Krass oder?!

Ho Chi Minh Stadt (Saigon)

Zum Abschluss unserer Reise flogen wir nach Ho Chi Minh City.( Hotel Chez Mimosa*) Hier erwarteten uns 30 Grad, pulsierendes Stadtleben und ein Gefühl von Vertrautheit. 

Auch das Lunar (Chinese) New Year haben wir miterleben dürfen. Obwohl die Vorbereitungen tatsächlich schon fast drei Wochen vorher überall in Vietnam beginnen.

Am Neujahrstag haben alle Geschäfte und Restaurants geschlossen und die familien verbinden die Zeit miteinander Zuhause oder besuchen Tempel zum beten.

Vietnam war eine Herausforderung – Wir haben geflucht, gelacht, uns verirrt und verzaubern lassen. Am Ende blieb das Gefühl, eine Reise erlebt zu haben, die uns für immer begleiten wird.

Wie tickt Vietnam - Tipps

Das Bezahlen erst beim Gehen ist in Vietnam tief in kulturellen und praktischen Normen verwurzelt. Es spiegelt Gastfreundschaft, Vertrauen und die entspannte soziale Atmosphäre wider, die in vielen vietnamesischen Restaurants und Hotels geschätzt wird.

Die Betten bzw Matratzen sind meistens hart. Es gibt soft and hard beds 

Eine Reise durch Vietnam ist ein regelrechter Sturm auf die Sinne. Die Geräuschkulisse mit dem endlosen Dröhnen der Mopeds, die oft rau klingende Sprache, die intensiven Düfte auf den Märkten, die Speisen und die teilweise gewöhnungsbedürftigen hygienischen Verhältnisse – all das ist ungewohnt und anders. Kurz gesagt: Es unterscheidet sich komplett von dem, was wir kennen, und genau das macht es zugleich faszinierend und geheimnisvoll. Unterwegs gab es Momente, in denen ich Erlebnisse oder Eindrücke hatte, die ich aus meiner westlichen Perspektive nicht wirklich einordnen konnte.

In Vietnam tragen einige Männer lange Fingernägel aus verschiedenen kulturellen, symbolischen oder praktischen Gründen, die je nach Person und Region unterschiedlich sein können. Hier sind einige mögliche Erklärungen:

1.Statussymbol:

Traditionell wurden lange Fingernägel als Zeichen dafür betrachtet, dass jemand nicht körperlich arbeiten muss, da lange Nägel in körperlich anstrengenden Berufen unpraktisch wären. Es zeigte also, dass die Person einem höheren sozialen Status angehört oder intellektuellen Tätigkeiten nachgeht.

2. Ästhetik:

Für manche Männer sind lange Fingernägel einfach ein Ausdruck von Stil und Individualität. Sie können als Accessoire oder modisches Statement getragen werden.

3. Praktische Gründe:

Einige Männer lassen speziell den kleinen Fingernagel länger wachsen, da er in Alltagssituationen praktisch sein kann, z. B. zum Öffnen von Verpackungen oder anderen kleinen Handgriffen.

4. Spirituelle oder symbolische Bedeutung:

In der traditionellen vietnamesischen oder asiatischen Kultur könnten lange Fingernägel auch eine spirituelle Komponente haben, die mit Energie, Weisheit oder einer Verbindung zu kulturellen Überzeugungen in Zusammenhang steht.

5. Einfluss moderner Trends:

In der heutigen Zeit wird der Trend zu langen Fingernägeln oft von populärer Kultur, Musikern oder Prominenten beeinflusst. Es kann also auch einfach eine Modeerscheinung sein.

Obwohl dieser Brauch nicht mehr so verbreitet ist wie früher, sieht man ihn vor allem bei älteren Männern oder in ländlichen Gegenden häufiger.

Wäsche

Ja, es ist durchaus möglich, dass in einigen Wäschereien – insbesondere in stark frequentierten Touristen-gebieten wie Tam Coc – die Wäsche manchmal eher oberflächlich behandelt wird, anstatt gründlich gereinigt zu werden. Das Einsprühen mit Wäsche-duft oder Parfüm kann in solchen Fällen verwendet werden, um den Eindruck von Frische zu vermitteln, obwohl die Kleidung nicht wirklich gewaschen wurde.

Dies kann aus verschiedenen Gründen passieren:

  1.   Zeitdruck: Manche Wäschereien versuchen, möglichst schnell viele Auftrage zu bearbeiten, was dazu führen kann, dass die Kleidung nicht gründlich gereinigt wird.
  2.   Kostenersparnis: Um Wasser, Strom oder Waschmittel zu sparen, könnten einige Anbieter eine Abkürzung wählen und sich auf das Einsprühen mit Duftmitteln beschränken

Besonderer Feiertag das Tết-Festival

Chúc Mừng Năm Mới! 

Seit Wochen dreht sich hier alles um das bevorstehende Tết-Festival, das wichtigste und größte Fest in Vietnam!  Es markiert das vietnamesische Neujahr und orientiert sich am Mondkalender, und findet dieses Jahr am 28.01. statt.

Es ähnelt dem chinesischen Neujahrsfest, hat jedoch viele eigene Traditionen und kulturelle Besonderheiten. Zum Beispiel: Die Bitte um Kalligraphie-Schriften hat eine lange Tradition bei den Vietnamesen. Zum Neujahrsfest Tet wünscht man sich Glück, Frieden und Wohlstand. Diese schöne Kultureigenschaft stellt die Tradition des Lerneifers des vietnamesischen Volkes dar. 

 „Fest des ersten Morgens“.

Es ist ein Neuanfang, der das Ende des alten Jahres und den Beginn des Frühlings symbolisiert. Es ist eine Zeit der Dank-barkeit, der Familienzusammenkunft und der Ehrung der Ahnen.

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für Tết beginnen oft Wochen im Voraus. Dazu gehören:

  •   Reinigung des Hauses: Um das alte Jahr loszulassen und Platz für Glück und Wohlstand zu schaffen.
  •   Dekorationen: Beliebt sind blühende Zweige wie Pfirsichblüten (in Nordvietnam) oder Aprikosenblüten (in Südvietnam), Kumquatbäume und rote Glücksbringer.
  •   Einkauf von Geschenken: Man kauft Süßigkeiten, Blumen und andere symbolische Geschenke für Freunde und Familie.

Das Tết-Festival (offiziell Tết Nguyên Đán) ist das wichtigste und größte Fest in Vietnam. Es markiert das vietnamesische Neujahr und orientiert sich am Mondkalender, weshalb es in der Regel Ende Januar oder Anfang Februar stattfindet. Es ähnelt dem chinesischen Neujahrsfest, hat jedoch viele eigene Traditionen und kulturelle Besonderheiten.

Bedeutung

„Tết Nguyên Đán“ bedeutet wörtlich „Fest des ersten Morgens“. Es ist ein Neuanfang, der das Ende des alten Jahres und den Beginn des Frühlings symbolisiert. Es ist eine Zeit der Dankbarkeit, der Familienzusammenkunft und der Ehrung der Ahnen.

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für Tết beginnen oft Wochen im Voraus. Dazu gehören:

Reinigung des Hauses: Um das alte Jahr loszulassen und Platz für Glück und Wohlstand zu schaffen.

Dekorationen: Beliebt sind blühende Zweige wie Pfirsichblüten (in Nordvietnam) oder Aprikosenblüten (in Südvietnam), Kumquatbäume und rote Glücksbringer.

Einkauf von Geschenken: Man kauft Süßigkeiten, Blumen und andere symbolische Geschenke für Freunde und Familie.

Traditionen

1. Ahnenverehrung: Vor dem Fest werden Altäre geschmückt und Opfergaben dargebracht, um die Vorfahren zu ehren.

2. „Tet-Tray“ – das Festmahl: Traditionelle Gerichte wie Bánh chưng (quadratischer Klebreiskuchen, gefüllt mit Schweinefleisch und Bohnen) oder Bánh tét (eine längliche Version im Süden) spielen eine zentrale Rolle.

3. Besuch von Familie und Freunden: Am ersten Tag wird oft die engste Familie besucht, an den folgenden Tagen Freunde, Lehrer und entfernte Verwandte.

4. Glückwünsche und rote Umschläge: Kinder und ältere Menschen erhalten Lì xì, rote Umschläge mit Geld, die Glück und Wohlstand symbolisieren.

Spirituelle Aspekte

Es gibt viele Glaubensvorstellungen rund um Tết. Beispielsweise gilt es als wichtig, wer als erstes das Haus betritt – diese Person bringt Glück (oder Unglück) für das Jahr. Daher wird oft eine Person ausgewählt, die als „glücksbringend“ gilt.

Atmosphäre während Tết

Feuerwerk: Zum Jahreswechsel gibt es in Städten spektakuläre Feuerwerke.

Märkte und Festivals: Vor Tết sind Blumenmärkte und Straßenfeste besonders belebt.

Ruhige Zeit: Während der eigentlichen Feiertage (ca. 3 Tage, oft aber länger) schließen viele Geschäfte, und das Land kommt fast zum Stillstand.

Tết ist mehr als ein Fest – es ist ein kulturelles und spirituelles Erlebnis, das tief in den vietnamesischen Traditionen verwurzelt ist. Es verbindet Menschen mit ihrer Familie, ihrer Vergangenheit und ihrem Glauben an die Zukunft.

Unser ganz persönlicher Eindruck von Vietnam

Land und Menschen

Vietnam ist ein faszinierendes Land mit einzigartigen Facetten. Während unserer Reise durch den Norden im Januar haben wir jedoch einige unerwartete Eindrücke gewonnen, die sich von unseren ursprünglichen Vorstellungen unterschieden haben.

Klima und Natur

Zu dieser Jahreszeit sind die Temperaturen in Vietnam mit etwa 20°C recht kühl. Der Himmel ist oft bewölkt, was die Landschaft weniger lebendig erscheinen lässt, als wir es uns erhofft hatten. Besonders im Norden des Landes liegt eine dichte Smogschicht in der Luft. Viele Pflanzen sind von einer dicken Staubschicht bedeckt, wodurch die Natur trist und farblos wirkt.

Verkehr und Stadtleben

Das Leben in den Städten ist hektisch und quirlig. Der Verkehr – sei es mit Rollern, Autos oder zu Fuß – scheint chaotisch, funktioniert aber erstaunlicherweise. Trotz des Trubels beeindruckt die Organisation, die sich hinter diesem scheinbaren Durcheinander verbirgt.

Vergleich zu anderen asiatischen Ländern

Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern wirkt Vietnam auf uns kühler, pragmatischer und kantiger. Die gesellschaftlichen Strukturen und der Alltag scheinen noch stark von der Vergangenheit des Kommunismus geprägt zu sein. Dieser Eindruck erinnert uns an Albanien, wo der Tourismus ebenfalls nicht organisch gewachsen ist. Es fühlt sich an, als wäre das Land in die Tourismusindustrie “hineingeworfen” worden, ohne die notwendige Entwicklung. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint für uns im Vergleich zu anderen Ländern nicht immer stimmig zu sein.

Die Menschen in Vietnam

Die Menschen sind freundlich, jedoch oft erst auf den zweiten Blick. Es wirkt, als seien sie unsicher im Umgang mit Touristen, aber dennoch bemüht, ihre Gäste zufriedenzustellen. Mit etwas Verständnis und Geduld erkennt man ihre Herzlichkeit und den Wunsch, den Besuchern eine angenehme Zeit zu bieten.

Ein zusätzlicher Aspekt, der uns aufgefallen ist, ist die Sprachbarriere. Die meisten Vietnamesen sprechen kein Englisch, und selbst wenn sie es tun, ist es oft schwer, sie zu verstehen. Dies kann die Kommunikation erschweren, insbesondere in ländlichen Gegenden, wo die Englischkenntnisse noch seltener sind. Dennoch versuchen sie stets, mit Freundlichkeit und Geduld zu helfen. Ansonsten ist Google immer eine gute Alternative 

Ländliche Gegenden

Je weiter man sich von den Städten entfernt, desto einfacher und ärmlicher wird das Leben. Hier spürt man die Auswirkungen des Kommunismus noch deutlicher. Gleichzeitig offenbart sich jedoch auch die Authentizität des Landes, fernab von touristischen Einflüssen.

Die Toiletten in Hanoi waren alle extrem sauber. Es gab immer jemanden, der die Toiletten geputzt hat.