Thailands Dschungel Khao Sok

Mit unserem Toyota Hilux setzen wir mit der Fähre von Koh Samui in gut zwei Stunden zum thailändischen Festland über. Heute ist der Himmel grau und die dicht vom Dschungel bewachsenen Hügel am Horizont dampfen. Das Meer ist grün und glatt, eine mystische Stimmung. Der Abschied fällt nicht leicht, hatte uns diese wunderschöne Insel doch auf ihre unvergleichliche Art in Ihren Bann gezogen.
Das Erreichen der Küste weckt in uns wieder dieses Gefühl des Aufbruchs, der grenzenlosen Vorfreude, Neues zu erleben, nicht zu wissen was uns heute noch oder morgen beeindrucken wird. Freiheit, Abenteuer schreit es in uns! Vom Hafen in Donsak nehmen wir den südlichen Highway in Richtung Westen. Die Landschaft ist durchweg dunkelgrün, die Luft tropisch feucht und heute ausnahmsweise angenehm heiß. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Khao Sok Nationalpark. Unser Ziel für die nächsten 2 Tage.
Mittendrin haben wir uns eine außergewöhnliche Unterkunft ausgesucht, ein Baumhaus. Der Fußweg von der kleinen Rezeptionshütte durch einen der ältesten Urwälder unserer Erde bis zu unserem Haus hoch oben in uralten Urwaldriesen macht Spaß.
Unsere Köpfe drehen sich ständig von links nach rechts, von oben nach unten und versuchen Schlangen, Schnecken oder Echsen zu entdecken. Auch Ameisenstraßen lassen uns stoppen und sorgen für Unterhaltung. Dann entdecken wir „unser“ Baumhaus. Es ist beeindruckend hoch zwischen drei Stämme gebaut und macht einen stabilen Eindruck. Unten an der Aufstiegstreppe ziehen wir wie schon so oft und in Asien üblich unsere Flip Flops aus, spülen die Füße mit Wasser aus dem obligatorisch bereit stehenden Krug und steigen auf in dieses atemberaubende Domizil. Ein angenehm großer Wohn- Schlafraum und ein davon abgetrenntes Bad lassen den oberhalb der Wände offenen Holzquader sehr häuslich wirken. Affen scheinen hier hineingreifen und jegliche Art von Reptilien oder Amphibien eindringen zu können. Uns wird mulmig beim Gedanken an die erste stockdunkle Nacht die vor uns liegt.
Plötzlich einsetzender Monsunregen lässt nur eine erste ganz kurze Erkundungstour unter unseren bewährten Regenponchos zu.
Wir flüchten ins offene aber gut überdachte zur Lodge gehörende Restaurant. Wir bestellen Pad Thai und Reis und freuen uns, die im Regen tobenden Makaken um uns herum beobachten zu können. Wahnsinn, plötzlich sind hier wilde Affen ganz nah.
Sie sind klatschnass. Jagen und lieben sich. Kuscheln mit ihrem Nachwuchs und klettern auf die höchsten und dünnsten Äste. Ein wunderbares Theater. Satt und glücklich wechseln wir zurück in unser Baumhaus. Machen uns um 19°° schon bettfertig.
Waschen uns im offenen Badezimmer, in das der Regen tropft, unsere immer schweißnassen Körper. Das für uns Europäer fremde Urwaldklima strengt an, hat aber auch etwas Sinnliches. So legen wir uns in das, durch ein großes Moskitonetz geschütztes, „Himmelbett“. Wir lauschen, hören die fremden Geräusche des Dschungels. Wirklich beeindruckend mit welcher Kraft sich das Leben in dieser Dunkelheit zu Wort meldet und nur erahnen lässt mit welchen Kreaturen wir es in unserer direkten Nähe zu tun hätten. Ein direkt unter unserer Hütte fließender Fluss ergänzt das Konzert mit gleichbleibendem Rauschen.
Ein kleiner Ventilator unter der Decke kämpft gegen die Schwüle und versucht uns die Nacht erträglich zu machen.
Gegen 6 Uhr werden wir wach und merken erst jetzt, dass wir wie Kinder vollkommen ruhig und selig durchgeschlafen haben müssen. Verrückt, da hätten wir nicht mit gerechnet. Diese absolute Wildnis muss wohl auch etwas elementar, beruhigendes auf das menschliche Wesen haben. Wie schön ist es, solche Erfahrungen zu machen.
Ein neuer wunderschöner Morgen hat einen großen erlebnisreichen Tag für uns vorbereitet…