Und am Ende wird doch alles gut…

und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende                                                                                        (Oscar Wilde)

Ich habe euch vor kurzem in unserem Beitrag von Zambu, dem kleinen freilaufenden Hund erzählt.

Fast zwei Wochen haben wir versucht mit Zambu Kontakt aufzunehmen, doch sie ist so ängstlich und scheu, dass wir sie gerade mal aus der Hand füttern können, aber streicheln lässt sie sich nicht.

An der Rezeption haben wir erfahren, dass Zambu schon seit August hier auf dem Campingplatz und der Umgebung herum läuft. Angeblich hatten Campinggäste sie einfach hier angebunden und sind abgereist. Aber näheres weiß man nicht.

Da wir das wunderbare Land noch weiter erkunden wollen, haben wir uns entschieden den Campingplatz zu verlassen und somit auch schweren Herzens Zambu. Am liebsten wäre ich geblieben, denn der Gedanke Zambu zurückzulassen ging nicht ohne Tränen an mir vorbei.

Doch nach knapp einer Woche sind wir wieder zurück auf den Campingplatz nach Zambujeira do Mar gefahren. Zum einen weil es uns hier so gut gefallen hat und zum anderen habe ich doch noch eine Mission zu erfüllen, nämlich Zambu. Ich muss doch wissen was sie macht und wie es mit ihr weitergeht.

Kaum auf dem Campingplatz angekommen sehe ich ein Pärchen mit zwei Hunden an der Leine, ein junger schwarzer etwas größer und an der anderen Leine die kleine Zambu.

Im ersten Moment kann ich gar nicht glauben was ich da sehe. Aber sofort habe das junge holländische Pärchen Esther und Rick mit Hund Max, angesprochen. Sie erzählen mir, dass sich Zambu bei einem Spaziergang ihnen angeschlossen hat, sich anfassen lässt und seit fast einer Woche mit ihnen im Zelt schläft.

Ich bin glücklich Zambu so zutraulich zu sehen und zu wissen, dass es ihr gut geht und sie nicht mehr irgendwo draußen schlafen muss.

Es hat sich schnell herausgestellt dass Zambu ein richtiges Zuhause gehabt haben muss. Sie ist stubenrein und sozialisiert, aber trotzdem Menschen gegenüber sehr vorsichtig und ängstlich.

Auf einem Campingplatz knüpft man vor allem wenn es um Hunde geht schnell Kontakte. Und so hatten wir bei unserem ersten Aufenthalt in Zambujeira Sonja mit ihrem Labrador Rudi kennengelernt und uns über Zambu unterhalten als sie gerade wieder durch ihr Schlupfloch im Zaun huschte.

Und so kommt es, dass Sonja mit Ehemann Hans und Hund Rudi zufälligerweise unsere Nachbarn bei unserem 2. Aufenthalt hier auf dem Campingplatz sind. Ich habe Sonja sofort von Zambu’s Entwicklung erzählt. Auch Sonja hatte in der Zwischenzeit immer wieder an kleinen liebenswerten Hund gedacht und ihr Futter hingestellt. Doch sie hat ihn nie mehr gesehen, umso mehr freut sich Sonja von mir zu hören, dass es Zambu gut geht.

Aber wie geht’s jetzt weiter? Esther, Rick und Max sind mit Zelt und Auto unterwegs, auf der Jobsuche und Max ist erst sieben Monate alt und braucht noch viel Erziehung. Sie können nicht noch einen zweiten Hund aufnehmen.  

Vielleicht weiß Sonja Rat? Gemeinsam mit ihr besuchen wir Zambu bei ihrer Übergangsfamilie.

Von der jungen Frau an der Rezeption hatte ich noch die Information, dass es wohl noch einen anderen Gast gibt, der seine Telefonnummer hinterlassen hat und benachrichtigt werden möchte, wenn der Hund eingefangen wurde.

Aber wer ist diese Person? Natürlich ist es uns wichtig ein gutes Zuhause zu finden.

Was sollen wir tun? Zur Rezeption gehen oder…?

Sonja will sich mit ihrem Mann besprechen und  hat Zambu, zum besseren kennenlernen mit zu ihrem Wohnwagen genommen.

Das dieser kleine Hund mit seinem liebevollen und feinen Wesen schnell Herzen erobert stand außer Frage und so durfte Zambu mit Sonja, Hans und Rudi gemeinsam die nächsten Tage im Wohnwagen verbringen. So ein Glück, wo es doch seit ein paar Tagen hier regnet.

Relativ schnell stand der Entschluss für die drei fest, wir nehmen Zambu zu uns.

Also geht‘s am nächsten Tag zum Tierarzt für einen Gesundheitscheck.

Was ich fast vergessen hätte zu erwähnen, wir vermuten, dass Zambu trächtig ist. Viele Zeichen deuten darauf hin, aber sicher sind wir uns nicht

Also zum Tierarzt, der wird’s wissen.

Dann die  Diagnose, der Hund hat Flöhe und Zecken und aufgrund von fehlendem Untersuchungsmaterial konnte eine mögliche Trächtigkeit nicht gecheckt werden.

Was aber zur Überraschung aller festgestellt wurde, Zambu, heißt Dinga, ist gechipt und als vermisst gemeldet.

Stille…! Damit hat keiner von uns gerechnet und so spekulierten wir, was das wohl für ein Besitzer*in ist, der ohne seinen Hund einfach nach Hause fährt.

Es hilft ja alles nichts, der rechtmäßige Besitzer wird telefonisch informiert und hat zugesagt ihren Hund am nächsten Tag abholen zu wollen.

So beginnt der folgende Tag recht früh und wir warten und hoffen auch ein bisschen, dass Dinga nicht abgeholt wird und bei Sonja, Hans und Rudi ein neues Zuhause findet.

Die Stunden vergehen ohne dass jemand kommt und so entspannt sich die Situation etwas und wir verlassen den Campingplatz für einen Spaziergang.

Als wir gegen 15:00 Uhr zurück kommen, schlägt mein Herz kurz doppelt so schnell.

Sonja steht da mit Dinga und einem Paar mit einem riesen großem Hund (Rafeiro do Alentejo?). Da stehen sie nun, die Besitzer, die Menschen die ihren Hund zurück gelassen haben und doch sind sie so freundlich und sympathisch.

Ich weiß nicht wie sich die Geschichte vor meiner Zeit zugetragen hat, aber ich habe den Eindruck, dass es Dinga in ihrem Zuhause gut geht. Die Besitzer kommen aus dem Norden von Portugal und sind mehr als 5 Stunden unterwegs gewesen. Beide sprechen deutsch und freuten sich ihre Dinga gesund wiederzusehen und auch der Vermutung, dass Dinga trächtig sein könnte war absolut kein Problem. Auch die Wiedersehensfreude von Dinga mit ihrem großen Freund war groß, sie rollte sich auf den Rücken unter ihn und ließ sich genüsslich an sabbern.

Von Petra und Mario so heißen Dinga’s „Eltern“, erfahren wir, dass Dinga  Ende August zum ersten Mal „heiß“ war und sich von ihrer Leine los geknabbert hat und abgehauen ist. Zwei Tage haben sie erfolglos nach ihr gesucht und mussten dann vorerst ohne ihren Hund abreisen. An der Rezeption haben sie ihre Telefonnummer hinterlassen mit der Bitte informiert zu werden wenn Dinga gefunden wird. (dann war es wohl die Telefonnummer von Petra und Mario?!). Jeder kannte den Hund, aber niemand hatte sich bei den beiden gemeldet.

Dinga ist ein Fundhund, sie wurde mit ihrer Mutter und Geschwistern im Wald gefunden und aufgenommen. Seit Anfang an ist sie Menschen gegenüber ängstlich, das hat sich auch bei Petra und Mario nicht geändert obwohl sie alles versucht haben. Nur zu Hunden hat Dinga vertrauen. Und doch lässt sie sich mittlerweile auch von mir streicheln und sogar auf den Arm nehmen.

Ja und jetzt heißt es Abschied nehmen. Auch wenn ich überaus froh bin, dass Dinga wieder da ist wo sie hingehört, bin ich  traurig.

Schnell drück‘ ich Petra und Mario noch eine Visitenkarte in die Hand mit den Worten, dass ich mich über eine Nachricht über Dinga freue sollte sie wirklich trächtig sein.

Mittlerweile ist es Mitte November und Frank und ich sind wieder in Deutschland. Oft noch muss ich an den kleinen Hund denken, habe ich sie doch so sehr in mein Herz geschlossen.  Ob Petra und Mario sich wohl noch melden? Wahrscheinlich nicht.

Und dann hatte ich diesen Traum. Ein sehr großer Golden Retriever mit rotem Fell kommt mir ganz freudig entgegen und der Besitzer sagt: Sie hat zehn Babys im Bauch. Ich hab mich gefreut, weil der Hund so fröhlich wirkte.

In der Nacht darauf bekomme ich diese Email: Dinga ist Mama geworden. Drei gesunde Welpen hat sie heute Nachmittag zur Welt gebracht. Fotos werden folgen wenn sich alles beruhigt hat. Liebe Grüße Petra und Mario, Portugal

Und am Ende wird alles gut!