Rio de Janeiro – Hitze Strand und Samba!

Heute früh um 6 Uhr dreißig Uhr sind wir in die Bucht von Rio de Janeiro eingelaufen. Das Wetter ist trübe regnerisch aber warm. Schon um 5:30 Uhr sind wir aufgestanden um den Einlauf in die Bucht vorbei am Zuckerhut nicht zu verpassen. Die Hügel von Rio de Janeiro tauchen zeitweise zwischen der Wolkendecke auf. Wir sind überwältigt von diesem mystischen Anblick. Wir verlassen das Schiff und machen uns auf eigene Faust auf den Weg zur nahegelegenen Straßenbahn. Das Kaufen der Fahrtickets gestaltet sich etwas schwierig denn die Brasilianer sprechen nicht ein Wort Englisch und nur einige Bruchstücke Spanisch also versuchen wir mit Hilfe unserer Handy Übersetzungs-App uns verständlich zu machen. Wir müssen drei Straßenbahn ziehen lassen bevor wir es schaffen ein Ticket zu besorgen und mitfahren zu dürfen. 20 Minuten später steigen wir an der Station Carioca aus und befinden uns mitten im Zentrum von Rio de Janeiro. Ein bisschen fühlen wir uns wie in einem warmen New York. Riesige Wolkenkratzer umgeben uns hektisches Treiben und Gestank umgibt uns. Was uns als Erstes auffällt ist der unglaubliche Dreck auf den Straßen und alle paar Meter liegen Obdachlose mitten auf dem Gehweg oder in den Hauseingängen und schlafen auch tagsüber. Rio de Janeiro ist nicht sehr freundlich und nicht sehr einladend so beschließen wir wieder runter in die Metro zu gehen und zur Copacabana zu fahren. Eine halbe Stunde später haben wir es geschafft einige Straßenzüge vom Strand der Copacabana entfernt steigen wir aus und wühlen uns wieder durch das Gewimmel auf den Straßen. Doch hier sieht es schon mehr nach Brasilien nach Sonne und Strand aus einige Palmen säumen unseren Weg auch die Obdachlosen begleiten uns wieder aber wir fühlen uns auf Anhieb etwas wohler. An der Copacabana angekommen sind wir beeindruckt von der Größe der Bucht. Die vielen Wolkenkratzerähnlichen Hotels direkt am Strand sind alt und überholungsbedürftig. In den 1930er Jahren war die Copacabana der Hotspot der Hollywood Stars. Jetzt wirken die Hotels runtergekommen und es liegt viel Müll am Strand. Es ist Freitagnachmittag, die Menschen sammeln sich und wir entscheiden uns dazu die ganze Copacabana entlang zu laufen. An ihrem Ende ist ein großer Felsvorsprung und dahinter biegen wir rechts ab zur Ipanema Bucht. Es ist warm an die 28 Grad und die Wellen sind unglaublich hoch. Wir legen uns einen kurzen Moment in den heißen Sand. Wir beobachten die akrobatischen Surfer wie sie die hohen Wellen beherrschen, allerdings halten wir es dort nicht lange aus, die Sonne brennt mit aller Kraft auf uns herunter. Zwei Stunden später erreichen wir den Ipanema-Strand. Hier gefällt es uns schon viel besser, die Häuser wirken freundlicher und auch die Menschen und der Strand ist sauberer. Wir verbringen den Nachmittag in einem kleinen Strand-Imbiß, genießen den Ausblick auf die Surfer, die hohen Wellen und den kühlen Schatten. Gegen 18 Uhr geht hier bereits die Sonne unter, wir befinden uns schon recht nah am Äquator. Wir genießen den Sonnenuntergang von einem Surfer-Hippie-Felsen aus auf dem sich die Jugend von Rio de Janeiro abends versammelt. Das Licht der untergehenden Sonne taucht die Ipanema Bucht und die vorgelagerten Felsen in ein unglaubliches Farbenspiel aus lila orange bis dunkelblau. Noch lange nach Einbruch der Dunkelheit verweilen wir auf diesem Felsen bis wir uns auf den langen Weg zurück zum Hafen und zu unserem Schiff machen. Müde und völlig fertig fallen wir in unsere Kojen. Am nächsten Morgen geht es schon wieder früh raus, wir wollen mit der Seilbahn hoch zum Zuckerhut fahren. Die Sonne scheint es sind 30 Grad und es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden.  Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt vom Hafen aus erreichen wir den großen Granitfelsen. Mit einer Höhe von 395m wirkt er imposant und wir gelangen zu seiner Spitze mit zwei Seilbahnfahrten. Der Blick von hier oben über ganz Rio de Janeiro, über die Copacabana bis nach zur Ipanema und die 5 km lange Brücke zum gegenüberliegenden Festland ist wirklich atemberaubend. Wir können uns nicht satt sehen. Noch haben wir eine knappe Stunde Zeit bis die Seilbahn wieder hinunter fährt und so beschließen wir uns unseren ersten Acai zu gönnen. Dieses Getränk aus einer nordbrasilianischen Frucht ist lila und sieht ein bisschen aus wie Nutella. Es wird mit crushed Ice oder als Smoothie zubereitet. Kleine lustige gestreifte Äffchen mit witzigen Gesichtern und struppigen Öhrchen toben um uns herum. Noch einige Zeit genießen wir den überwältigenden Weitblick über Rio de Janeiro bei strahlend blauem Himmel. Kurze Zeit später befinden wir uns schon auf der Rückfahrt durch das quirlige Rio zurück zu unserem Schiff. An diesem traumhaften zweiten Tag in Rio sind wir nun versöhnt mit dieser aufregenden Stadt und wünschten uns nun doch noch einige Tage länger bleiben zu können um Rio de Janeiro noch besser kennenzulernen. Beim Auslaufen des Schiffes vorbei an der Skyline Rios der Copacabana und den Zuckerhut zeigt sich Rio noch mal von seiner schönsten Seite. Jetzt verlassen wir doch etwas wehmütig diese wunderschöne Bucht im Süden Brasiliens.